DACH Update 2026

Abrechnung 2026: was Therapie-Praxen in Österreich, Deutschland und der Schweiz jetzt beachten sollten.

Für Psychologie, Psychotherapie und verwandte Therapieberufe wird Abrechnung 2026 nicht komplizierter, aber formaler: ICD-Codes, strukturierte E-Rechnungen, neue Schweizer Tarife und saubere Nachweise werden wichtiger.

Stand: 12. Mai 2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Die gute Nachricht zuerst: Niemand muss seine Praxis über Nacht neu erfinden. Die schlechte: Wer 2026 noch mit ungeordneten PDF-Vorlagen, verstreuten Kalenderdaten und händischen Listen arbeitet, merkt die neuen Anforderungen sofort im Alltag.

Dieser Überblick ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Er zeigt, welche Themen gerade für Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Therapeutinnen und Therapeuten in der DACH-Region relevant sind und welche einfachen Vorbereitungen helfen.

Kurzfassung: Österreich macht bei klinisch-psychologischer Behandlung und Wahlleistungen die Dokumentation auf der Honorarnote wichtiger. Deutschland drückt die E-Rechnung im B2B-Bereich in strukturierte Formate. Die Schweiz hat seit 1. Januar 2026 mit TARDOC und Ambulanten Pauschalen ein neues ambulantes Tarifsystem.

Österreich: Honorarnote, ICD-Code und bezahlte Rechnungen sauber trennen

Für Wahlbehandlungen bleibt die Honorarnote ein zentrales Dokument. Die ÖGK nennt bei klinisch-psychologischer Wahlleistung unter anderem den ICD-Code, Sitzungsanzahl, Datum, Dauer und Zahlungsnachweis als notwendige Angaben auf der Honorarnote.

Gleichzeitig ist WAHonline für bereits bezahlte Honorarnoten gedacht. Offene Honorarnoten dürfen darüber nicht einfach übermittelt werden, um eine Vorfinanzierung zu vermeiden. Für Praxen bedeutet das: Status, Zahlung und Einreichung müssen getrennt nachvollziehbar sein.

Was du in Österreich praktisch vorbereiten solltest

Deutschland: E-Rechnung betrifft auch kleine berufliche Strukturen

Das Bundesfinanzministerium beschreibt die E-Rechnungspflicht seit 1. Januar 2025 für Umsätze zwischen inländischen Unternehmen. Ein einfaches PDF gilt seitdem nicht mehr als E-Rechnung, weil es kein strukturiertes elektronisches Format ist. Für 2025 und 2026 gibt es Übergangsregeln, aber der Empfang einer E-Rechnung muss möglich sein.

Für Therapie-Praxen ist entscheidend: Patientinnen und Patienten als Privatpersonen sind nicht der Kernfall dieser B2B-Regelung. Relevant wird das Thema aber bei Supervision, Gutachten, Praxisgemeinschaften, Unternehmenskunden, Fortbildungen oder Rechnungen an andere berufliche Auftraggeber.

Was du in Deutschland praktisch vorbereiten solltest

Schweiz: TARDOC und Ambulante Pauschalen sind seit 2026 Realität

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hält fest: Seit 1. Januar 2026 ersetzen TARDOC und Ambulante Pauschalen den bisherigen TARMED für ambulante ärztliche Behandlungen. Auf Rechnungen sind Leistungen nach TARDOC und pauschal abgegoltene Leistungen mit unterschiedlichen Tarifcodes gekennzeichnet.

Für psychologische Psychotherapie, psychiatrische Leistungen und verwandte Praxisabläufe ist das Signal klar: Die Schweiz denkt Abrechnung stärker strukturiert. Wer dort sichtbar werden will, braucht eigene CH-Texte, CH-Begriffe und eine saubere Trennung von Rechnung, Tarifposition und Behandlungsnachweis.

Was du in der Schweiz praktisch vorbereiten solltest

Österreich

Honorarnote, ICD-Code, Wahlleistung, ÖGK/BVAEB/SVS, WAHonline.

Deutschland

E-Rechnung, B2B, ZUGFeRD/XRechnung, Empfangspflicht, Übergangsregeln.

Schweiz

TARDOC, Ambulante Pauschalen, Tarifcodes, CHF, lokaler Praxisauftritt.

Der gemeinsame Nenner: Kalenderdaten sind Abrechnungsdaten

In allen drei Ländern beginnt die Rechnung fachlich nicht im Rechnungsformular. Sie beginnt im Termin: Wer war da, wie lange, welche Leistung, welcher Tarif oder Code, welcher Nachweis. Genau deshalb ist eine kalenderbasierte Praxis-App für kleine Praxen so stark.

Wenn Termin, Leistung, Kontakt, Dauer und Zahlungsstatus zusammenpassen, wird aus Abrechnung kein Abendprogramm mehr. Die Rechnung ist dann nicht ein separates Dokument, sondern das saubere Ergebnis deines Praxisablaufs.

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Quellen und weiterführende Hinweise