Was sich 2026 grundlegend ändert
Bislang mussten Patient:innen klinisch-psychologische Leistungen entweder privat bezahlen oder über komplizierte Wahlleistungs-Erstattungen abrechnen. Das ändert sich nun grundlegend: Die ÖGK, die SVS und die BVAEB haben gemeinsam mit dem BÖP (Berufsverband Österreichischer PsychologInnen) einen Gesamtvertrag abgeschlossen, der klinisch-psychologische Krankenbehandlung zur vollfinanzierten Sachleistung macht.
Das heißt: Deine Patient:innen zahlen — wie beim Kassenarztbesuch — keinen Eigenanteil. Für sie ist die Behandlung kostenlos.
120.700 Behandlungseinheiten pro Jahr stehen bereit. Dafür sind rund 75 Millionen Euro vorgesehen — die Finanzierung ist vorerst bis 2028 abgesichert.
Wie der Zugang funktioniert
Der Zugang zu kassenfinanzierten Einheiten läuft nicht über die Praxis direkt, sondern über eine zentrale BÖP-Servicestelle, die Patient:innen wohnortnah an Psycholog:innen vermittelt. Das ist ein wichtiger Unterschied zu klassischen Kassenpraxen, wie du sie aus der Ärzteschaft kennst.
Für Patient:innen bedeutet das: Sie wenden sich an die Servicestelle, werden dort koordiniert und dann zugeteilt. Ob und wie rasch eine Zuteilung klappt, hängt von der regionalen Nachfrage ab — Wartelisten sind voraussichtlich zu erwarten, auch wenn das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend absehbar ist.
Für dich als Behandler:in bedeutet das: Du wirst über die Servicestelle kontaktiert und arbeitest dann im Rahmen des Gesamtvertrags.
Was die Zuweisung enthalten muss
Damit du eine Behandlung im Sachleistungsrahmen beginnen kannst, muss die kassenärztliche Zuweisung eine präzise klinische Fragestellung sowie eine Verdachtsdiagnose mit ICD-Code enthalten. Das ist keine Kleinigkeit — eine ungenaue oder fehlende Diagnosecodierung kann die Abrechnung blockieren.
Hier lohnt es sich, schon vor dem ersten Kontakt klare interne Abläufe zu haben:
- Liegt der ICD-Code auf der Zuweisung vollständig vor?
- Ist die Fragestellung dokumentiert und abgelegt?
- Wird die Anzahl der verbrauchten Behandlungseinheiten laufend erfasst?
Was bedeutet "Behandlungseinheit"?
Im Rahmen des Gesamtvertrags sind die zugewiesenen Einheiten pro Patient:in begrenzt. Eine saubere Einheitenerfassung ist daher nicht nur für die Abrechnung wichtig, sondern auch für die klinische Planung: Wie viele Einheiten habe ich noch? Wann muss ich eine Verlängerung beantragen oder das Ende der kassenfinanzierten Phase kommunizieren?
Leg dir von Anfang an eine einfache Struktur an: Zuweisung archivieren, ICD-Code dokumentieren, Einheitenzähler führen. Was nach Aufwand klingt, schützt dich später vor Nachfragen von der Kasse.
Was dieser Schritt für die Versorgung bedeutet
Aus versorgungspolitischer Perspektive ist das ein echter Meilenstein. Psychische Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit — und bislang war der Zugang zu psychologischer Behandlung stark vom Geldbeutel abhängig. Das ändert sich nun, zumindest für die klinisch-psychologische Behandlung.
Gleichzeitig ist die Zahl der bereitgestellten Einheiten überschaubar. 120.700 pro Jahr klingt nach viel — auf ganz Österreich verteilt entspricht das aber einer begrenzten Abdeckung. Die Nachfrage wird voraussichtlich das Angebot in den ersten Jahren übersteigen.
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Behandlungseinheiten / Jahr | 120.700 |
| Vorgesehenes Budget | rund 75 Mio. € |
| Finanzierung gesichert bis | 2028 |
| Vertragspartner Kassen | ÖGK, SVS, BVAEB |
| Vermittlung über | BÖP-Servicestelle (wohnortnah) |
Wie du deine Praxis gut vorbereiten kannst
Wenn du Kasseneinheiten über die Servicestelle erhältst, kommt auf dich ein klar strukturierter Dokumentationsrahmen zu. Das ist zwar begrüßenswert aus Qualitätssicht — aber es bedeutet auch mehr administrativen Aufwand als in der Privatpraxis.
Konkret wirst du für jede Behandlung brauchen:
- Dokumentierte Zuweisung mit ICD-Diagnose
- Erfassung jeder abgerechneten Behandlungseinheit
- Geordnete Abrechnung gegenüber der Kasse
Wer das analog oder über viele verschiedene Tools erledigt, wird schnell merken, wie viel Energie das kostet — Energie, die eigentlich in die klinische Arbeit fließen sollte.
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Für Klinische Psycholog:innen, die ihre Dokumentation und Abrechnung digital vereinfachen wollen, gibt es TimeInvoicer — eine App für Android, die speziell auf Gesundheitsberufe ausgerichtet ist.
Du erfasst Diagnose (ICD-Code) und Behandlungseinheit in einem Schritt, die App erstellt daraus automatisch eine druckfertige Abrechnung. Alle Daten bleiben lokal auf deinem Gerät — keine Cloud-Pflicht, kein Abo mit Kundendaten auf fremden Servern. Das ist gerade im Gesundheitsbereich kein Luxus, sondern eine datenschutzrechtliche Pflicht.
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