Du sitzt vor der Honorarnote, die Sitzung war intensiv, und jetzt fehlt ein einziges Feld: der ICD-10-Code. Du weißt ungefähr, was es war — aber war es jetzt F32.1 oder F33.1? F40.0 oder F40.1? Ab 1. Juli 2026 wird dieses Feld in Österreich Pflicht. Diese Liste hilft dir, schneller den richtigen Code zu finden.
Für wen ist diese Liste? Klinische Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen, Wahlpsycholog:innen und alle, die Honorarnoten an ÖGK, BVAEB, SVS oder direkt an Klient:innen ausstellen.
Inhalt
- Kurz erklärt: Was ist die ICD-10?
- F30–F39 Affektive Störungen
- F40–F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
- F50 Essstörungen
- F51 Nichtorganische Schlafstörungen
- F60 Persönlichkeitsstörungen
- F10–F19 Substanzbezogene Störungen
- F90–F98 Kinder- und Jugendpsychiatrie
- 5 Praxis-Tipps zur Codierung
- Wie TimeInvoicer dir das abnimmt
Kurz erklärt: Was ist die ICD-10?
Die ICD-10 (International Classification of Diseases, 10. Revision) ist die internationale Klassifikation der WHO. Für psychische und Verhaltensstörungen ist Kapitel V relevant — die F-Codes. In Österreich gilt seit langem die ICD-10 BMSGPK 2024-Fassung. Ab Juli 2026 wird der Code auf Honorarnoten Pflicht, weil die Krankenkasse die Zuordnung zu einer abrechnungsfähigen Leistung daran erkennt.
Wichtig: Die ICD-10 ist ein Klassifikationssystem für die Abrechnung, kein diagnostisches Werkzeug. Die fachliche Einschätzung machst du wie bisher — der Code übersetzt sie nur in eine für die Kasse standardisierte Form.
F30–F39 — Affektive Störungen
Die mit Abstand häufigste Code-Gruppe in der Praxis. Wer ohne diese Liste auskommt, hat sie meist auswendig im Kopf.
| Code | Klartext | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
F32.0 | Leichte depressive Episode | Erste depressive Episode, Alltag noch möglich |
F32.1 | Mittelgradige depressive Episode | Klar reduzierte Belastbarkeit, Schlafstörungen |
F32.2 | Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome | Massive Antriebslosigkeit, Suizidgedanken |
F33.1 | Rezidivierende depressive Störung, mittelgradig | Wiederkehrende Episoden in verschiedenen Lebensphasen |
F33.4 | Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert | Aktuell stabil, aber Anamnese vorhanden |
F34.1 | Dysthymia | Chronische, über Jahre niedriger Stimmungspegel |
F31.x | Bipolare affektive Störung | Bei Wechsel zwischen Hoch- und Tiefphasen |
F40–F48 — Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
Direkt nach den affektiven Störungen die zweithäufigste Code-Gruppe. Hier fällt die Differenzialcodierung oft schwer — deshalb lohnt sich eine Favoritenliste.
| Code | Klartext | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
F40.0 | Agoraphobie | Angst vor offenen Plätzen, Massen, Verkehrsmitteln |
F40.1 | Soziale Phobie | Angst vor prüfender Beobachtung in sozialen Situationen |
F40.2 | Spezifische (isolierte) Phobien | Spinnen, Höhen, Spritzen, Fliegen |
F41.0 | Panikstörung | Wiederkehrende Panikattacken ohne erkennbaren Auslöser |
F41.1 | Generalisierte Angststörung | Anhaltende, frei flottierende Angst über Monate |
F42 | Zwangsstörung | Zwangsgedanken oder -handlungen mit Leidensdruck |
F43.0 | Akute Belastungsreaktion | Reaktion in den ersten Stunden/Tagen nach Belastung |
F43.1 | Posttraumatische Belastungsstörung | Nach traumatischem Ereignis, Flashbacks, Vermeidung |
F43.2 | Anpassungsstörung | Nach Trennung, Jobverlust, Diagnose |
F45.0 | Somatisierungsstörung | Multiple, wechselnde körperliche Beschwerden ohne Befund |
F45.4 | Anhaltende somatoforme Schmerzstörung | Chronischer Schmerz, psychosozial mitbestimmt |
F48.0 | Neurasthenie / Erschöpfungssyndrom | Anhaltende Erschöpfung, oft als „Burnout“ im Volksmund |
Tipp zur Differenzialcodierung: Wenn die Symptomatik klar phasisch ist, denk an F32/F33. Wenn sie chronisch und niederschwellig ist, an F34.1 oder F48.0. Das verhindert die typische F32-Überdiagnose.
F50 — Essstörungen
| Code | Klartext | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
F50.0 | Anorexia nervosa | BMI < 17,5, Gewichtsphobie |
F50.2 | Bulimia nervosa | Heißhungeranfälle mit kompensatorischen Maßnahmen |
F50.4 | Essattacken (Binge-Eating) | Ohne kompensatorisches Verhalten |
F51 — Nichtorganische Schlafstörungen
| Code | Klartext | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
F51.0 | Nichtorganische Insomnie | Ein- oder Durchschlafprobleme über Wochen |
F51.5 | Albträume | Wiederkehrende belastende Träume |
F60 — Persönlichkeitsstörungen
| Code | Klartext | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
F60.3 | Emotional instabile Persönlichkeitsstörung | Borderline-Typus oder impulsiver Typus |
F60.4 | Histrionische Persönlichkeitsstörung | Theatralisches Auftreten, Aufmerksamkeitssuche |
F60.5 | Anankastische Persönlichkeitsstörung | Ausgeprägte Perfektionismus, Kontrollbedürfnis |
F60.6 | Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung | Rückzug aus Angst vor Kritik |
F10–F19 — Substanzbezogene Störungen
Die Endziffer kodiert den Schweregrad: .0 akute Intoxikation, .1 schädlicher Gebrauch, .2 Abhängigkeitssyndrom, .3 Entzugssyndrom.
| Code | Klartext | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
F10.2 | Alkoholabhängigkeit | Klinisch relevante Alkoholabhängigkeit |
F11.2 | Opioid-Abhängigkeit | Heroin, Methadon, opioidhaltige Schmerzmittel |
F17.2 | Tabakabhängigkeit | Im Rahmen Raucherentwöhnung |
F90–F98 — Kinder- und Jugendpsychiatrie
| Code | Klartext | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
F90.0 | Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) | Schulalter, Konzentrations- und Impulskontrollstörung |
F93.0 | Emotionale Störung mit Trennungsangst | Schulvermeidung, Bindung an Bezugsperson |
F95.x | Tic-Störungen | Vorübergehend oder chronisch (Tourette: F95.2) |
5 Praxis-Tipps zur Codierung
- Lege deine 5–10 häufigsten Codes als Favoriten an. 80 % deiner Honorarnoten brauchen ohnehin denselben Pool. In TimeInvoicer markierst du Codes mit einem Stern — sie erscheinen dann ganz oben.
- Schreibe den Code beim Anlegen der Klient:in einmal an. Bei chronischen Verläufen ändert sich der Code über Monate selten. Pro Folgerechnung sparst du 30 Sekunden.
- Bei Mischbildern den führenden Code zuerst. Manche Klient:innen erfüllen Kriterien für mehrere Codes. Für die Honorarnote zählt der primäre Behandlungsfokus.
- Endziffern ernst nehmen. F32.1 und F32.2 unterscheiden sich erheblich — nicht nur fachlich, sondern auch für das Bild, das die Kasse vom Behandlungsverlauf bekommt.
- Aktualisiere bei Verlaufsänderung. Wenn aus F32.1 ein F33.4 wird (remittiert), schreib das Update in den nächsten Honorarnoten mit. So zeigst du Behandlungserfolg — was bei Folgeanträgen Gold wert ist.
Hinweis zur Verantwortung: Die ICD-10-Codierung bleibt fachliche Verantwortung der behandelnden Psycholog:in oder des Therapeuten/der Therapeutin. Diese Liste ersetzt keine Diagnostik, sie hilft dir nur, schneller den passenden Code für die Honorarnote zu finden. TimeInvoicer trifft keine Diagnoseempfehlung — die App schlägt nur Codes vor, die du in der Vergangenheit bereits selbst vergeben hast.
Wie TimeInvoicer dir das abnimmt
Codes nachschlagen ist kein Beruf. Trotzdem kostet es jeden Monat Stunden — weil die meisten Abrechnungs-Apps in Österreich keinen integrierten ICD-10-Katalog haben oder einen, der unbenutzbar ist.
TimeInvoicer ist anders gebaut:
- Integrierter Katalog mit allen F-Codes (BMSGPK-Fassung 2024) — offline auf deinem Gerät
- Volltextsuche: Du tippst „Angst“ und bekommst F40, F41 und alle Unterklassen mit Klartext
- Favoriten: Deine 5–10 häufigsten Codes erscheinen ganz oben
- Pro Klient:in gemerkt: Bei der nächsten Honorarnote ist der Code bereits vorausgefüllt
- Sprachsteuerung: „Rechnung Maria, F33.1, März“ — und die Honorarnote ist fertig
- Kein Internet nötig: Codes liegen lokal, deine Patient:innendaten verlassen nie das Gerät
Codes nachschlagen war gestern.
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