ICD-10 & Abrechnung

Die 30 häufigsten ICD-10-Codes in der Psychotherapie

Mai 2026 | 9 Min. Lesezeit | TimeInvoicer Redaktion

Du sitzt vor der Honorarnote, die Sitzung war intensiv, und jetzt fehlt ein einziges Feld: der ICD-10-Code. Du weißt ungefähr, was es war — aber war es jetzt F32.1 oder F33.1? F40.0 oder F40.1? Ab 1. Juli 2026 wird dieses Feld in Österreich Pflicht. Diese Liste hilft dir, schneller den richtigen Code zu finden.

Für wen ist diese Liste? Klinische Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen, Wahlpsycholog:innen und alle, die Honorarnoten an ÖGK, BVAEB, SVS oder direkt an Klient:innen ausstellen.

Inhalt

Kurz erklärt: Was ist die ICD-10?

Die ICD-10 (International Classification of Diseases, 10. Revision) ist die internationale Klassifikation der WHO. Für psychische und Verhaltensstörungen ist Kapitel V relevant — die F-Codes. In Österreich gilt seit langem die ICD-10 BMSGPK 2024-Fassung. Ab Juli 2026 wird der Code auf Honorarnoten Pflicht, weil die Krankenkasse die Zuordnung zu einer abrechnungsfähigen Leistung daran erkennt.

Wichtig: Die ICD-10 ist ein Klassifikationssystem für die Abrechnung, kein diagnostisches Werkzeug. Die fachliche Einschätzung machst du wie bisher — der Code übersetzt sie nur in eine für die Kasse standardisierte Form.

F30–F39 — Affektive Störungen

Die mit Abstand häufigste Code-Gruppe in der Praxis. Wer ohne diese Liste auskommt, hat sie meist auswendig im Kopf.

CodeKlartextPraxisbeispiel
F32.0Leichte depressive EpisodeErste depressive Episode, Alltag noch möglich
F32.1Mittelgradige depressive EpisodeKlar reduzierte Belastbarkeit, Schlafstörungen
F32.2Schwere depressive Episode ohne psychotische SymptomeMassive Antriebslosigkeit, Suizidgedanken
F33.1Rezidivierende depressive Störung, mittelgradigWiederkehrende Episoden in verschiedenen Lebensphasen
F33.4Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiertAktuell stabil, aber Anamnese vorhanden
F34.1DysthymiaChronische, über Jahre niedriger Stimmungspegel
F31.xBipolare affektive StörungBei Wechsel zwischen Hoch- und Tiefphasen

F40–F48 — Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen

Direkt nach den affektiven Störungen die zweithäufigste Code-Gruppe. Hier fällt die Differenzialcodierung oft schwer — deshalb lohnt sich eine Favoritenliste.

CodeKlartextPraxisbeispiel
F40.0AgoraphobieAngst vor offenen Plätzen, Massen, Verkehrsmitteln
F40.1Soziale PhobieAngst vor prüfender Beobachtung in sozialen Situationen
F40.2Spezifische (isolierte) PhobienSpinnen, Höhen, Spritzen, Fliegen
F41.0PanikstörungWiederkehrende Panikattacken ohne erkennbaren Auslöser
F41.1Generalisierte AngststörungAnhaltende, frei flottierende Angst über Monate
F42ZwangsstörungZwangsgedanken oder -handlungen mit Leidensdruck
F43.0Akute BelastungsreaktionReaktion in den ersten Stunden/Tagen nach Belastung
F43.1Posttraumatische BelastungsstörungNach traumatischem Ereignis, Flashbacks, Vermeidung
F43.2AnpassungsstörungNach Trennung, Jobverlust, Diagnose
F45.0SomatisierungsstörungMultiple, wechselnde körperliche Beschwerden ohne Befund
F45.4Anhaltende somatoforme SchmerzstörungChronischer Schmerz, psychosozial mitbestimmt
F48.0Neurasthenie / ErschöpfungssyndromAnhaltende Erschöpfung, oft als „Burnout“ im Volksmund

Tipp zur Differenzialcodierung: Wenn die Symptomatik klar phasisch ist, denk an F32/F33. Wenn sie chronisch und niederschwellig ist, an F34.1 oder F48.0. Das verhindert die typische F32-Überdiagnose.

F50 — Essstörungen

CodeKlartextPraxisbeispiel
F50.0Anorexia nervosaBMI < 17,5, Gewichtsphobie
F50.2Bulimia nervosaHeißhungeranfälle mit kompensatorischen Maßnahmen
F50.4Essattacken (Binge-Eating)Ohne kompensatorisches Verhalten

F51 — Nichtorganische Schlafstörungen

CodeKlartextPraxisbeispiel
F51.0Nichtorganische InsomnieEin- oder Durchschlafprobleme über Wochen
F51.5AlbträumeWiederkehrende belastende Träume

F60 — Persönlichkeitsstörungen

CodeKlartextPraxisbeispiel
F60.3Emotional instabile PersönlichkeitsstörungBorderline-Typus oder impulsiver Typus
F60.4Histrionische PersönlichkeitsstörungTheatralisches Auftreten, Aufmerksamkeitssuche
F60.5Anankastische PersönlichkeitsstörungAusgeprägte Perfektionismus, Kontrollbedürfnis
F60.6Ängstliche (vermeidende) PersönlichkeitsstörungRückzug aus Angst vor Kritik

F10–F19 — Substanzbezogene Störungen

Die Endziffer kodiert den Schweregrad: .0 akute Intoxikation, .1 schädlicher Gebrauch, .2 Abhängigkeitssyndrom, .3 Entzugssyndrom.

CodeKlartextPraxisbeispiel
F10.2AlkoholabhängigkeitKlinisch relevante Alkoholabhängigkeit
F11.2Opioid-AbhängigkeitHeroin, Methadon, opioidhaltige Schmerzmittel
F17.2TabakabhängigkeitIm Rahmen Raucherentwöhnung

F90–F98 — Kinder- und Jugendpsychiatrie

CodeKlartextPraxisbeispiel
F90.0Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS)Schulalter, Konzentrations- und Impulskontrollstörung
F93.0Emotionale Störung mit TrennungsangstSchulvermeidung, Bindung an Bezugsperson
F95.xTic-StörungenVorübergehend oder chronisch (Tourette: F95.2)

5 Praxis-Tipps zur Codierung

  1. Lege deine 5–10 häufigsten Codes als Favoriten an. 80 % deiner Honorarnoten brauchen ohnehin denselben Pool. In TimeInvoicer markierst du Codes mit einem Stern — sie erscheinen dann ganz oben.
  2. Schreibe den Code beim Anlegen der Klient:in einmal an. Bei chronischen Verläufen ändert sich der Code über Monate selten. Pro Folgerechnung sparst du 30 Sekunden.
  3. Bei Mischbildern den führenden Code zuerst. Manche Klient:innen erfüllen Kriterien für mehrere Codes. Für die Honorarnote zählt der primäre Behandlungsfokus.
  4. Endziffern ernst nehmen. F32.1 und F32.2 unterscheiden sich erheblich — nicht nur fachlich, sondern auch für das Bild, das die Kasse vom Behandlungsverlauf bekommt.
  5. Aktualisiere bei Verlaufsänderung. Wenn aus F32.1 ein F33.4 wird (remittiert), schreib das Update in den nächsten Honorarnoten mit. So zeigst du Behandlungserfolg — was bei Folgeanträgen Gold wert ist.

Hinweis zur Verantwortung: Die ICD-10-Codierung bleibt fachliche Verantwortung der behandelnden Psycholog:in oder des Therapeuten/der Therapeutin. Diese Liste ersetzt keine Diagnostik, sie hilft dir nur, schneller den passenden Code für die Honorarnote zu finden. TimeInvoicer trifft keine Diagnoseempfehlung — die App schlägt nur Codes vor, die du in der Vergangenheit bereits selbst vergeben hast.

Wie TimeInvoicer dir das abnimmt

Codes nachschlagen ist kein Beruf. Trotzdem kostet es jeden Monat Stunden — weil die meisten Abrechnungs-Apps in Österreich keinen integrierten ICD-10-Katalog haben oder einen, der unbenutzbar ist.

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